Sonntag, 29. Januar 2017

GRÜN - 12 Colours of Handmade Fashion

Den Ankündigungspost von Selmin zur 2017-Aktion "12 Colours of Handmade Fashion" habe ich mit Begeisterung gelesen. In meinem Kleiderschrank gibt es schon Farben, aber irgendwie immer die gleichen. Also eine gute Möglichkeit, mal zu anderen Farben zu greifen. 

Dachte ich.

Selmin kam ausgerechnet mit GRÜN an. Und GRÜN findet man in meinem Kleiderschrank eher gar nicht.

Dachte ich.

Eine Inventur in meinem Kleiderschrank förderte doch tatsächlich mehr GRÜN zutage, als ich gedacht hätte. Leider fast alles nicht selbstgemacht, oder mit ganz wenig GRÜN.

In meinem Schrank schlummert aber ein Shirt, das ich mir letztes Jahr für den Urlaub genäht habe und durchaus GRÜN ist. Im bevorzugten Beuteschema-GRÜN nämlich. Petrol.

Mit Pusteblumen.



Der Oversize-Schnitt kommt aus einer Lust auf Handarbeiten und ist ratzfatz genäht. 

Mit langärmligem Kaufshirt drunter und der gemütlichen Boyfriend-Jeans, dicken Wollsocken dazu genau das richtige Sonntagsbequemoutfit. Trotzdem war es ziemlich kalt beim Fotografieren...

Liebe Selmin, vielen Dank für die wunderbare Idee mit den Farben. Ich bin schon gespannt, welche Farbe du für den Februar ziehst und hoffe, in meinem schier unendlichen Stoffvorrat etwas zu finden, was ich vielleicht schon länger mal ausprobieren wollte.

Ist doch ein Vorsatz für 2017, neue Sachen auszuprobieren.

Liebe Grüße,
Anke

Freitag, 20. Januar 2017

Schwiegermutterquilt

Meine Schwiegermutter hat mich an den Erinnerungsquilts arbeiten sehen und hat sich auch einen Quilt gewünscht. 2 Wochen vor Weihnachten!

Da für mich nicht in Frage kam, dafür Papahemden zu nehmen, habe ich überlegt, ob ich nicht was aus den übrigen Streifen von den Jungsquilts basteln kann.

Beim Stöbern in pinterest habe ich schöne Norwegersternenmuster gefunden und mir dann aus Quadraten ein Muster zusammengestellt.

Ein Sternequadrat hat 13x13 Quadrate, jeweils 6,5cmx6,5 cm groß. Der gesamte Quilt besteht aus 6 Sternenquadraten, insgesamt also aus 1041 Quadraten. Gequiltet habe ich jede Reihe und jede Spalte im Nahtschatten (mehr oder weniger im Nahtschatten jedenfalls, meine Maschine stößt da so an ihre Grenzen, was den Durchlass zwischen Nadel und Maschine betrifft...).


Ziemlich oft habe ich mir das Muster angesehen und erst jetzt beim Bearbeiten des Fotos den Fehler entdeckt... Da habe ich doch glatt zwei von den 1041 Quadraten falschherum zusammengenäht. Na ja, das ist die persönliche Note.

Meiner Schwiegermutter hat ihr Quilt gefallen und sie hat sich sehr darüber gefreut.

Liebe Grüße,
Anke

Sonntag, 15. Januar 2017

Erinnerungs-Quilts

Kurz nachdem ich meine ersten beiden Quilts fast fertig hatte, ist Anfang November völlig überraschend mein Vater gestorben. Nachdem wir uns halbwegs wieder aufgerappelt hatten, habe ich meine Mama gefragt, ob ich seine Hemden haben könnte, um für uns alle einen Quilt als Erinnerung zu machen - ein Stück Papa zum kuscheln quasi. Mir war es ein starkes Bedürfnis, diese Decken unter den Weihnachtsbaum zu legen, viel Zeit blieb also nicht.

Meinen Papa hat man fast nur im Hemd gesehen, im Urlaub gab es manchmal die Poloshirtversion, aber ansonsten trug er Hemd.

Die vorsichtige Schätzung von Mama, wie viele Hemden es wohl sein mögen, war 30. Tatsächlich hatte er unglaubliche 77 Hemden, von denen 3 direkt in den Müll durften, 2 von mir adoptiert wurden und der Rest als Material zur Verfügung stehen.



Der erste Quilt für meinen "großen" Bruder wurde passend zum Inhalt seines Kleiderschranks (in dem das bunteste wahrscheinlich ein dunkelblauer Pulli ist) männlich grau. Aus 7 graustichigen Hemden habe ich 15x15 cm große Quadrate geschnitten und diese dann treppenförmig angeordnet. 




Das Binding besteht aus 6,5 cm breiten Streifen, die von den Streifenquilts übrig geblieben sind, so weit ich das im Überblick habe, auch das ein Hemd von Papa.




Der zweite Quilt ist für Mama. In Erinnerung an viele Dänemark-Urlaube und passend zu den Bildern im Wohnzimmer, die allesamt aus solchen Urlauben stammen, wollte ich einen Sand-und Meer-Quilt machen. Entstanden aus beigen und blauen Hemden, vom Prinzip her genauso gemacht wie der graue Quilt für meinen Bruder.



Da es leider vor dem Verpacken ständig grau in grau war, verfälscht das Tageslicht die Farben leider ebenso wie es drinnen das künstliche Licht tut. Die Farben sehen im Sonnenschein so aus:




Unser "Kleiner" bekam einen rot-weiß-blauen Quilt, New England Style. Passend zu den Farben seines Lieblingsfußballvereins und ebenso gequiltet wie die beiden anderen Quilts.



Hier noch ein Foto vom Zusammenstecken des Quilt-Sandwichs, auf dem man die Farben noch besser sieht: 



Beim Quilten stieß ich an die Grenzen meiner Nähmaschine (neues Werkzeug bräuchte frau...), beim Zusammenstecken des Sandwiches versuchte ich die Frage zu klären, ob Stecknadeln besser halten, wenn man sie sich erst in den Finger steckt und bei den kilometerlangen Handnähten zum möglichst unsichtbaren Befestigen des Bindings habe ich mir auch regelmäßig die Nähnadel in den Daumen gerammt (da bleiben die bestimmt besser scharf).



Bei jedem Quilt wurden die Ecken schöner, bei jedem Quilt kam ich mehr auf den Geschmack und so werden wohl noch so einige Quilts entstehen. In jedem der Quilts stecken Unmengen Erinnerungen, Tränen und ganz viel Liebe und ich hoffe, dass die Decken beim Kuscheln auf dem Sofa ein bisschen beim Verarbeiten des für uns alle doch recht großen Verlusts helfen.

Papa, du fehlst mir!


Montag, 9. Januar 2017

Ich sehe was, was du nicht siehst-Quilt

Immer, wenn ich die Hemden meines Mannes bügle, dann sehe ich was, was er nicht sieht, und du vielleicht auch nicht.




Siehst du es schon?


Mein Mann ist Maschinenbauingenieur und für die gibt es wohl eine Art Uniform. Jedenfalls ist mir das schon öfter aufgefallen, wenn ich ihn von der Arbeit abgeholt habe, dass die Männer, die dort aus der Tür strömen, irgendwie alle gleich aussehen: Anzughose und blaues Hemd. Nicht alle gleich, aber von der Art schon wieder.




Siehst du es jetzt?

Und so stehe ich seit Jahren vor dem Bügelbrett und bügle hellblaue, mittelblaue, dunkelblaue, blaugestreifte, blaukarierte aber immer blaue Hemden.




Aber vielleicht siehst du jetzt, was ich sehe:

Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Decke. Eine Decke aus dem Quiltpaket, das in Hemdenform im Schrank meines Mannes hängt.

7 Jahre habe ich gesammelt. Ein paar Hemden habe ich von meinem kleinen Bruder dazubekommen, ein paar von meinem Papa und einige habe ich meinem Mann entrissen ("nein, die mit den Löchern an den Manschetten und den Rissen im Kragen kriegst du nicht wieder").

Dann habe ich wochenlang Hemden zerschnitten, erst in ihre Einzelteile und dann in 6,5 cm breite Streifen.

Neu zusammengesetzt kamen meine ersten beiden Quilts (darf man das Gepfusche überhaupt schon Quilt nennen?) heraus. Für jeden meiner Söhne eine Hemdendecke für unter den Weihnachtsbaum.

Großer Sohn-Quilt


Die Decke für den großen Sohn ist quergestreift.





 

 



 



Kleiner Sohn-Quilt



Der Quilt für den kleinen Sohn ist längsgestreift. Hier habe ich versucht, einige Nähte mit Zierstichen zu quilten, leider hat die Maschine dabei etwas gezickt.






















Das hab ich dabei gelernt:


(wahrscheinlich lauter Sachen, die man durch Nachlesen gleich hätte bleiben lassen können, aber die mir halt keiner vorher gesagt hat )

  • Für einen Hemdenquilt braucht man nicht 23 Hemden - so viele hatte ich - es reichen ungefähr 7. Es sind also noch jede Menge Streifen übrig geblieben.
  • Mit einer Zackenschere lassen sich keine akkuraten Streifen schneiden.
  • Mit akkuraten Streifen wäre das Zusammennähen einfacher gewesen.
  • Das Binding erst auf der Rückseite und dann mit der Maschine auf der Vorderseite annähen, gibt kein so hübsches Ergebnis, wie wenn man es erst auf der Vorderseite annäht und dann in den sauren Apfel beißt und es hinten unsichtbar von Hand annäht.
  • Meine Maschine zickt bei Zierstichen, wenn diese nach rechts gehen.
  • Mit so riesigen Teilen ist Quilten in der Naht reichlich schwierig (ich dachte eigentlich, nach etwa 25 Jahren Näherfahrung könnte ich geradeaus nähen).
  • Es macht trotzdem irre Spaß.
  • Meine Jungs sehen es viel weniger kritisch als ich und freuen sich, dass ich ihnen selbst was gemacht habe.
Liebe Grüße,
Anke