Dienstag, 7. März 2017

Geschenk zum Einzug


Wir waren bereits vor einiger Zeit bei Freunden eingeladen - zum ersten Mal im neuen Zuhause. Als Mitbringsel gab es gute Wünsche und den Klassiker Brot, Salz und Wein.

Die englische Version der guten Wünsche fand ich prägnanter als das etwas langatmige deutsche Gedicht, das ich gefunden habe und daher habe ich die Mitbringsel in Englisch beschriftet.

Zuerst das Brot.  




 

 BREAD - that this house may never know hunger.

Dafür habe ich eine Brotbackmischung im Glas gemacht, die Anleitung habe ich auch irgendwo in den Tiefen des Internets gefunden, aber etwas abgewandelt, da kein Weizen reinsollte und ich keinen Mohn bekommen habe.

Dann Salz. Im Supermarkt gibt es oft "besondere" Salze, ich habe ein blau gesprenkeltes Steinsalz aus Persien genommen, weil mir das Blau so gut gefallen hat.



Die Mühle hat eine Bauchbinde aus Tonpapier und ein Etikett bekommen.

SALT - that life may always have flavor.

Und zu guter Letzt den Wein. Ein Flasche Rotwein, von der ich weiß, dass die Beschenkten ihn gerne trinken. Auch die Weinflasche hat eine Tonpapierbauchbinde bekommen und ein Etikett mit guten Wünschen:


WINE - that joy and prosperity may reign forever.




Mir wurde dann gesagt, ich sei die erste, die so was mitbringt - anscheinend ist es aus der Mode gekommen. In diesem Fall bin ich aber gerne altmodisch ;-)

Liebe Grüße,
Anke 

Verlinkt beim Creadienstag
 

Donnerstag, 2. März 2017

Norwegermütze | RUMS

Da geht man in der Mittagspause schnell mal zum Discounter runter, um sich etwas Obst zu kaufen und dann? Kennt ihr das - man hat Dinge gekauft, die man eigentlich nicht wollte.

Mir ging das letztens wieder so, der Discounter hatte übrige Strickpakete für Norwegermützen. In Dunkelpetrolgrün und Weiß. Mit 6er Nadeln, also schnelle Wolle.



Die Mütze war dann auch schön schnell gestrickt, das Norweger-Einstrickmuster geht über 4 Maschen, ist also sehr übersichtlich und das Stricken hat echt Spaß gemacht.

Damit die Mütze nicht genauso aussieht wie auf den Paketen habe ich zwei Dinge verändert:

  • die Anleitung sieht vor, dass man mit weiß anschlägt und dann mit grün weiterstrickt. Ich habe gleich mit grün angefangen
  • ich habe keinen Bommel gebastelt, ich hatte noch einen Kunstfellbommel zu Hause, den ich stattdessen obendrauf gebaut habe 
Leider kann man die Mütze ja immer noch sehr gut brauchen, der Frühling lässt auf sich warten...

Jetzt habe ich aber wirklich auch keine Lust mehr auf Wintersachen, das nächste Projekt wird frühlinglicher.

Liebe Grüße,
Anke  

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Dienstag, 28. Februar 2017

Halssocken II

Die ersten Halssocken nach dem Freebook von Maren sind so gut bei den Jungs angekommen, dass sie sie gar nicht mehr ausziehen wollten. Der große Sohn ist sogar damit ins Bett gegangen.

Da bleibt es nicht aus, dass die Halssocken erstens anfangen zu müffeln und zweitens auch nicht mehr so besonders hübsch aussehen, weil man sie ja auch ganz wunderbar als Serviette benutzen kann.

Die Idee, die Halssocken einfach mal abzunehmen, damit ich sie waschen kann, fanden die beiden nicht so wirklich gelungen.

Also: neue Halssocken mussten her, damit ich die anderen mal in die Waschmaschine stecken kann.

Zum Glück sind sie ja wirklich schnell genäht - und nebenbei zur Resteverwertung ja auch noch gut geeignet.

Der große Sohn bekam leuchtend orange:





Der kleine Sohn hat sich die tollen Sterne mit Streifen ausgesucht:




Und ich kann endlich waschen.

Liebe Grüße,
Anke

Verlinkt beim Creadienstag.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Wohnzimmer oder was lange währt wird endlich gut

Unser Wohnzimmer wollte ich euch schon ganz, ganz lange zeigen - die Renovierung ist auch schon eine ganze Weile her.

Das Wohnzimmer ist einer der meistgenutzten Räume in einem Haus. Und ich finde, dann sollte es auch schön sein.

Das ist allerdings mit kleinen Kindern nicht so ganz einfach - was ich am Aufräumen bin, das geht auf keine Kuhhaut. Meistens nutze ich meine freien Vormittage dazu, endlich mal den Fußboden im Haus auszugraben und den Staubsauger durchzuschieben, und dann geh ich die Kinder abholen. Nach 10 Minuten ist der Urzustand wieder hergestellt.

Vorher


Weil unser Wohnzimmer bisher Unmengen an Playmobil und anderen Spielsachen beherbergte, sah es meistens so aus:




Schon vor einiger Zeit haben meine Männer dann den Raumteiler rausgerissen, weil er im Weg war. Den Fleck an der Wand hatten wir vorübergehend hinter einem Regal versteckt.

Als ich meinte, man könnte das ja streichen, sagte mein Mann, das mache er erst, wenn wir das komplette Wohnzimmer neu machen würden und dazu bräuchten wir ein Gesamtkonzept. Beim Einzug ins Haus haben wir an die Wand mit dem Spielzeugregal (s.o.) unser altes Bücherregal gestellt, das ziemlich überquoll, aber nicht mehr erweiterbar war, weil Ikea die Serie mittlerweile aus dem Sortiment genommen hatte. Und etwas passendes, bezahlbares für eine 4,30 m breite Wand zu finden, ist auch nicht so einfach.

Für dieses Foto habe ich die vorderste Reihe von Büchern herausgenommen und auch das ganze andere Gerümpel, das drinlag. Dieses Foto entstand kurz vor der Renovierung, um das Regal über Kleinanzeige zu verkaufen. Das rechte Regal ist das, das die Raumteilerabrißstelle verdeckt hatte.

Irgendwann waren wir dann im Möbelhaus und haben Bücherregale angeschaut. Das einzige, was uns beiden gefallen hat und in Frage kam, war das Bibliothekssystem von Paschen, und das wäre auf die Breite nicht bezahlbar gewesen. 


Wie gut, dass mein Mann so begabt ist, er hat getüftelt, konstruiert und gebaut. Erst das Fernsehregal als Prototyp, dann das Bücherregal.

Dann haben wir ein neues Sofa bestellt. 8 Wochen Lieferzeit sollte es haben, mit etwas Glück. Es wurde also ernst.

In Action


Dann hat mein Mann die fehlende Stuckleiste ergänzt, und wir haben gestrichen, gestrichen, gestrichen, wir haben neue Vorhangschienen gekauft und montiert.

 








 

 



 


Das alte Regal wurde abgeholt, das neue aufgebaut und befüllt. Der Sessel aus dem Kinderzimmer bekam ein neues Gewand und ich eine neue Lese- und Strickecke samt Projektwagen.



Wegen der Wandfarbe habe ich lange überlegt, ob sich das mit den Terrakottafliesen verträgt. Das Ergebnis gefällt mir sehr. Auch wenn ich insgeheim von hellen Holzdielen träume.


Das neue Sofa kam nach einem Vierteljahr, ist aber wirklich sehr gemütlich.


Nur das mit der Unordnung und dem vielen Spielzeug, das hat sich nicht geändert - ich musste für die Nachherbilder ziemlich lange aufräumen und viel Spielzeug verstecken. 

Unser Wohnzimmer mit MEINER Strickecke zeig ich heute bei RUMS.

Liebe Grüße,
Anke  

Freitag, 10. Februar 2017

Halssocken

Weil es bei uns in der ersten Januarwoche so bitterkalt geworden ist, habe ich schnell nach dem Freebook von PoMa-Design zwei Halssocken für die Jungs genäht.

Flugzeuge und Streifen

Für den kleinen Sohn aus einem Lillestoff-Rest und Streifenjersey. Den Lillestoff hat er schon länger im Auge, wollte gerne einen Schlafanzug daraus haben. Den kriegt er trotzdem noch, viel Stoff braucht man ja nicht für die Halssocke.



Neongrün und Sterne

Für den großen Sohn habe ich einen neongrünen Stoff genommen, den ich irgendwo mal ergattert habe. Der große Sohn steht total auf Leuchtfarben und je mehr er leuchtet, desto besser sieht man ihn auf dem Schulweg 😏 






Als Innen- bzw. Außenstoff habe ich türkise Sterne auf grünem Grund genommen, ein Rest, der jetzt höchstens noch für Babysachen reicht. 

Für die beiden Halssocken habe ich inklusive Stoffwahl und Zuschnitt gerade mal eine Stunde gebraucht, am längsten dauert das möglichst unsichtbare Schließen der Wendeöffnung per Hand.

Vielen Dank für das Freebook, liebe Maren!

Liebe Grüße, 

Anke



Sonntag, 5. Februar 2017

Weihnachtssocken

Weihnachten ist schon eine ganze Weile her, aber das macht ja nix... Vielleicht kann ich so ja das Weihnachtsgefühl nochmal wachrütteln?

Für mich gehören Socken zu Weihnachten wie der Baum. Wenn ich zu Weihnachten keine Socken kriege, ist die Stimmung im Keller.

Daher habe ich für beide Kinder Restesocken gestrickt.

Kleiner Sohn-Socken



Beim kleinen Sohn hat die Wolle nicht ganz gereicht, deshalb ist die eine Spitze etwas mehr neon als die andere. Gerade die Neonspitze gefällt ihm aber besonders gut, also hab ich nochmal Glück gehabt.

Großer Sohn-Socken



Beim großen Sohn bin ich so gerade noch fertig geworden. Also so wirklich gerade noch. Ich habe die Fäden am Heiligabend nachmittags um halb 3 vernäht 😅.  Bei diesem Paar habe ich endlich die Bumerangferse ausprobiert - und zweimal den Telefonjoker (Mama) bemühen müssen. Aber sie konnte Licht ins Dunkel der Anleitung bringen.





Meine erste Bumerangferse - sieht gut aus, gell?

Socken für mich



Die Stimmung an Weihnachten war auch gut, es gab für mich 2 Paar Socken. Einmal fertig gestrickt von Mama und einmal in Form von Wolle vom kleinen Sohn.


Meine Mama hat Lieblingsfarbenringelsocken für mich gestrickt!

Sichtbar stolz hat mir der kleine Sohn sein Paket überreicht, schließlich hat er die Wolle selbst ausgesucht (meine Schwiegermutter hat ihn nur zur Sockenwolle dirigiert und ihm gesagt, wie viel er kaufen muss). Natürlich musste ich die Wolle gleich anstricken, damit wir sehen, was für Socken dabei rauskommen. Das Garn ist Regia, Arne & Carlos in Blau/Grün.



Der kleine Sohn findet, er hat mir schöne Socken geschenkt - ich finde auch, er hat gut ausgesucht. Aus dem Rest kriegt er noch ein Paar.

Das hab ich gelernt:


Habt ihr auch Dinge, ohne die Weihnachten nicht richtig Weihnachten ist?

Liebe Grüße,
Anke

Donnerstag, 2. Februar 2017

Kalender 2017 | RUMS

Wie jedes Jahr habe ich mir auch für dieses Jahr einen Buchkalender gekauft. Der Kalender ist bei mir Terminplaner, Tagebuch, To Do-Liste und Inspirations- / Eintrittskartensammelalbum in einem und jeder Kalender bekommt eine selbstgenähte Hülle.



Diesmal habe ich Hemdenstoffschnipsel genommen - Reste von den Kinderquilts. Und die Gelegenheit genutzt, das Quilten im Nahtschatten zu üben. 





Den inneren Umschlag habe ich vorne etwas größer gemacht, damit eine Hemdtasche Platz hat. Darin kann man wunderbar Post its aufbewahren, ohne dass sie immer gleich rausfallen.



Vorne drauf hat noch eine Hemdtasche Platz gefunden, damit immer ein Stift griffbereit ist. 


Der Kalender ist immer dabei und merkt sich alles, was ich mir sonst nicht merken kann. Mit meinem Kalender mach ich mal wieder mit beim RUMS.

Liebe Grüße,
Anke  

Sonntag, 29. Januar 2017

GRÜN - 12 Colours of Handmade Fashion

Den Ankündigungspost von Selmin zur 2017-Aktion "12 Colours of Handmade Fashion" habe ich mit Begeisterung gelesen. In meinem Kleiderschrank gibt es schon Farben, aber irgendwie immer die gleichen. Also eine gute Möglichkeit, mal zu anderen Farben zu greifen. 

Dachte ich.

Selmin kam ausgerechnet mit GRÜN an. Und GRÜN findet man in meinem Kleiderschrank eher gar nicht.

Dachte ich.

Eine Inventur in meinem Kleiderschrank förderte doch tatsächlich mehr GRÜN zutage, als ich gedacht hätte. Leider fast alles nicht selbstgemacht, oder mit ganz wenig GRÜN.

In meinem Schrank schlummert aber ein Shirt, das ich mir letztes Jahr für den Urlaub genäht habe und durchaus GRÜN ist. Im bevorzugten Beuteschema-GRÜN nämlich. Petrol.

Mit Pusteblumen.



Der Oversize-Schnitt kommt aus einer Lust auf Handarbeiten und ist ratzfatz genäht. 

Mit langärmligem Kaufshirt drunter und der gemütlichen Boyfriend-Jeans, dicken Wollsocken dazu genau das richtige Sonntagsbequemoutfit. Trotzdem war es ziemlich kalt beim Fotografieren...

Liebe Selmin, vielen Dank für die wunderbare Idee mit den Farben. Ich bin schon gespannt, welche Farbe du für den Februar ziehst und hoffe, in meinem schier unendlichen Stoffvorrat etwas zu finden, was ich vielleicht schon länger mal ausprobieren wollte.

Ist doch ein Vorsatz für 2017, neue Sachen auszuprobieren.

Liebe Grüße,
Anke

Freitag, 20. Januar 2017

Schwiegermutterquilt

Meine Schwiegermutter hat mich an den Erinnerungsquilts arbeiten sehen und hat sich auch einen Quilt gewünscht. 2 Wochen vor Weihnachten!

Da für mich nicht in Frage kam, dafür Papahemden zu nehmen, habe ich überlegt, ob ich nicht was aus den übrigen Streifen von den Jungsquilts basteln kann.

Beim Stöbern in pinterest habe ich schöne Norwegersternenmuster gefunden und mir dann aus Quadraten ein Muster zusammengestellt.

Ein Sternequadrat hat 13x13 Quadrate, jeweils 6,5cmx6,5 cm groß. Der gesamte Quilt besteht aus 6 Sternenquadraten, insgesamt also aus 1041 Quadraten. Gequiltet habe ich jede Reihe und jede Spalte im Nahtschatten (mehr oder weniger im Nahtschatten jedenfalls, meine Maschine stößt da so an ihre Grenzen, was den Durchlass zwischen Nadel und Maschine betrifft...).


Ziemlich oft habe ich mir das Muster angesehen und erst jetzt beim Bearbeiten des Fotos den Fehler entdeckt... Da habe ich doch glatt zwei von den 1041 Quadraten falschherum zusammengenäht. Na ja, das ist die persönliche Note.

Meiner Schwiegermutter hat ihr Quilt gefallen und sie hat sich sehr darüber gefreut.

Liebe Grüße,
Anke

Sonntag, 15. Januar 2017

Erinnerungs-Quilts

Kurz nachdem ich meine ersten beiden Quilts fast fertig hatte, ist Anfang November völlig überraschend mein Vater gestorben. Nachdem wir uns halbwegs wieder aufgerappelt hatten, habe ich meine Mama gefragt, ob ich seine Hemden haben könnte, um für uns alle einen Quilt als Erinnerung zu machen - ein Stück Papa zum kuscheln quasi. Mir war es ein starkes Bedürfnis, diese Decken unter den Weihnachtsbaum zu legen, viel Zeit blieb also nicht.

Meinen Papa hat man fast nur im Hemd gesehen, im Urlaub gab es manchmal die Poloshirtversion, aber ansonsten trug er Hemd.

Die vorsichtige Schätzung von Mama, wie viele Hemden es wohl sein mögen, war 30. Tatsächlich hatte er unglaubliche 77 Hemden, von denen 3 direkt in den Müll durften, 2 von mir adoptiert wurden und der Rest als Material zur Verfügung stehen.



Der erste Quilt für meinen "großen" Bruder wurde passend zum Inhalt seines Kleiderschranks (in dem das bunteste wahrscheinlich ein dunkelblauer Pulli ist) männlich grau. Aus 7 graustichigen Hemden habe ich 15x15 cm große Quadrate geschnitten und diese dann treppenförmig angeordnet. 




Das Binding besteht aus 6,5 cm breiten Streifen, die von den Streifenquilts übrig geblieben sind, so weit ich das im Überblick habe, auch das ein Hemd von Papa.




Der zweite Quilt ist für Mama. In Erinnerung an viele Dänemark-Urlaube und passend zu den Bildern im Wohnzimmer, die allesamt aus solchen Urlauben stammen, wollte ich einen Sand-und Meer-Quilt machen. Entstanden aus beigen und blauen Hemden, vom Prinzip her genauso gemacht wie der graue Quilt für meinen Bruder.



Da es leider vor dem Verpacken ständig grau in grau war, verfälscht das Tageslicht die Farben leider ebenso wie es drinnen das künstliche Licht tut. Die Farben sehen im Sonnenschein so aus:




Unser "Kleiner" bekam einen rot-weiß-blauen Quilt, New England Style. Passend zu den Farben seines Lieblingsfußballvereins und ebenso gequiltet wie die beiden anderen Quilts.



Hier noch ein Foto vom Zusammenstecken des Quilt-Sandwichs, auf dem man die Farben noch besser sieht: 



Beim Quilten stieß ich an die Grenzen meiner Nähmaschine (neues Werkzeug bräuchte frau...), beim Zusammenstecken des Sandwiches versuchte ich die Frage zu klären, ob Stecknadeln besser halten, wenn man sie sich erst in den Finger steckt und bei den kilometerlangen Handnähten zum möglichst unsichtbaren Befestigen des Bindings habe ich mir auch regelmäßig die Nähnadel in den Daumen gerammt (da bleiben die bestimmt besser scharf).



Bei jedem Quilt wurden die Ecken schöner, bei jedem Quilt kam ich mehr auf den Geschmack und so werden wohl noch so einige Quilts entstehen. In jedem der Quilts stecken Unmengen Erinnerungen, Tränen und ganz viel Liebe und ich hoffe, dass die Decken beim Kuscheln auf dem Sofa ein bisschen beim Verarbeiten des für uns alle doch recht großen Verlusts helfen.

Papa, du fehlst mir!


Montag, 9. Januar 2017

Ich sehe was, was du nicht siehst-Quilt

Immer, wenn ich die Hemden meines Mannes bügle, dann sehe ich was, was er nicht sieht, und du vielleicht auch nicht.




Siehst du es schon?


Mein Mann ist Maschinenbauingenieur und für die gibt es wohl eine Art Uniform. Jedenfalls ist mir das schon öfter aufgefallen, wenn ich ihn von der Arbeit abgeholt habe, dass die Männer, die dort aus der Tür strömen, irgendwie alle gleich aussehen: Anzughose und blaues Hemd. Nicht alle gleich, aber von der Art schon wieder.




Siehst du es jetzt?

Und so stehe ich seit Jahren vor dem Bügelbrett und bügle hellblaue, mittelblaue, dunkelblaue, blaugestreifte, blaukarierte aber immer blaue Hemden.




Aber vielleicht siehst du jetzt, was ich sehe:

Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Decke. Eine Decke aus dem Quiltpaket, das in Hemdenform im Schrank meines Mannes hängt.

7 Jahre habe ich gesammelt. Ein paar Hemden habe ich von meinem kleinen Bruder dazubekommen, ein paar von meinem Papa und einige habe ich meinem Mann entrissen ("nein, die mit den Löchern an den Manschetten und den Rissen im Kragen kriegst du nicht wieder").

Dann habe ich wochenlang Hemden zerschnitten, erst in ihre Einzelteile und dann in 6,5 cm breite Streifen.

Neu zusammengesetzt kamen meine ersten beiden Quilts (darf man das Gepfusche überhaupt schon Quilt nennen?) heraus. Für jeden meiner Söhne eine Hemdendecke für unter den Weihnachtsbaum.

Großer Sohn-Quilt


Die Decke für den großen Sohn ist quergestreift.





 

 



 



Kleiner Sohn-Quilt



Der Quilt für den kleinen Sohn ist längsgestreift. Hier habe ich versucht, einige Nähte mit Zierstichen zu quilten, leider hat die Maschine dabei etwas gezickt.






















Das hab ich dabei gelernt:


(wahrscheinlich lauter Sachen, die man durch Nachlesen gleich hätte bleiben lassen können, aber die mir halt keiner vorher gesagt hat )

  • Für einen Hemdenquilt braucht man nicht 23 Hemden - so viele hatte ich - es reichen ungefähr 7. Es sind also noch jede Menge Streifen übrig geblieben.
  • Mit einer Zackenschere lassen sich keine akkuraten Streifen schneiden.
  • Mit akkuraten Streifen wäre das Zusammennähen einfacher gewesen.
  • Das Binding erst auf der Rückseite und dann mit der Maschine auf der Vorderseite annähen, gibt kein so hübsches Ergebnis, wie wenn man es erst auf der Vorderseite annäht und dann in den sauren Apfel beißt und es hinten unsichtbar von Hand annäht.
  • Meine Maschine zickt bei Zierstichen, wenn diese nach rechts gehen.
  • Mit so riesigen Teilen ist Quilten in der Naht reichlich schwierig (ich dachte eigentlich, nach etwa 25 Jahren Näherfahrung könnte ich geradeaus nähen).
  • Es macht trotzdem irre Spaß.
  • Meine Jungs sehen es viel weniger kritisch als ich und freuen sich, dass ich ihnen selbst was gemacht habe.
Liebe Grüße,
Anke