Donnerstag, 1. Oktober 2015

Es ist Wiesnzeit

Wer in München arbeitet oder wohnt, kommt nicht drum rum um die Wiesn. Ja, es gibt schon einige, die flüchten zur Wiesnzeit aus München und machen Urlaub. Den meisten anderen begegnet das Oktoberfest überall.

Egal wo man hinkommt, es trachtelt. Es gibt die seltsamsten Interpretationen bayrischer Tracht zu bestaunen und oft klingen auch die Laute, die aus den Mündern der Trachtler kommen, alles andere als Bayrisch.

Das Oktoberfest hat in zwei Wochen 6 Millionen Besucher, es ist also kein Wunder, dass man überall auf der Welt glaubt, in Deutschland wird viel, viel, viel Bier getrunken, und alle tragen Lederhosen und Dirndl.

Jahrelang war ich nicht auf der Wiesn. Zu voll, zu laut, zu viele Besoffene. Aber seit letztem Jahr gehen wir wie so viele andere, mit der Arbeit aufs Oktoberfest. Kommt ihr mit?








Letztes Jahr habe ich mir ein neues Dirndl gegönnt. Das alte war mir zu groß geworden (ein schöner Grund, ein neues zu kaufen, oder?). Damit es möglichst vielseitig ist, habe ich zu einem klassischen langen schwarzen Dirndl gegriffen (mit genügend Nahtzugabe, um es notfalls auch rauslassen zu können, schließlich ist ein Dirndl ja nicht gerade günstig und es soll ja möglichst lange halten). Beim Dirndl dabei war eine grüne Schürze. Ganz nett, aber eigentlich eher langweilig.


Und weil man nicht zwei Jahre hintereinander dasselbe Dirndl anziehen kann, habe ich mir dieses Jahr einfach eine neue Schürze genäht. Kein langweiliges Grün, sonder ein blau-weisses Baumwollkaro mit Stickereibordüre.




Oben gestiftelt. Das ist gerade beim Karostoff ganz einfach - man macht Handnähte immer zwei Karoreihen auseinander. Bei blau rein, bei weiß raus, bei blau rein, bei weiß raus. 7 Reihen untereinander, in jeder zweiten Reihe. Sehr meditativ, ich wäre beinahe eingeschlafen ;-)

Und dann nur noch gut festhalten und auf die gewünschte Weite zusammenziehen. Die Falten möglichst gleichmäßig verteilen, Fäden verknoten und fertig. 


Um das Pink der Stickerei nochmal aufzunehmen, habe ich zwischen Schürzenteil und Bund noch eine pinke Dreifachpaspel eingebaut und auch das Gschnürl wird pink - schon sieht das Dirndl ganz anders aus.

Eigentlich ist das ja ein tolles Gwand, man sollte viel öfter Dirndl tragen. Ein Dirndlnähkurs steht auf der Wunschliste auch ganz schön weit oben. 

Meine Dirndlschürze schafft es sogar noch zum RUMS, da war ich schon lang nicht mehr dabei.

Liebe Grüße,
Anke