Dienstag, 24. März 2015

Die leidigen Löcherknie | Tutorial

Mein Großer ist echt ein Meister im Zerstören von Hosen. Egal, ob Jeans, Jogginghosen oder Schlafanzüge, nach kürzester Zeit sind Löcher in den Knien.

Weil ja auch Kinderhosen eine Stange Geld kosten, werfe ich Löcherhosen nicht weg, sondern flicke die Knie.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eigentlich schon genügend Tutorials zum Flicken von Jeanshosenknien gibt, da ich aber gefühlt nichts anderes mache als Hosen flicken, möchte ich euch mal meine Variante genauer zeigen. Die üblichen Zickzackflickereien oder Flickenaufbügelvarianten möchte ich vermeiden, damit mein Kleiner möglichst "neue" Hosen bekommen kann - ich hätte es auch nicht schön gefunden, immer offensichtlich geflickte Sachen anziehen zu müssen.

Also, los gehts.

Als erstes schau ich mir die Hosen genau an: sind die Beine gerade geschnitten oder haben sie Abnäher, oder ist das Bein geteilt und das Knie sowieso aufgesetzt? Je nach Konstruktion der Ursprungshose braucht man nämlich unterschiedliche Vorgehensweisen.

Was ich immer mache: die Seitennaht auftrennen, dann passt auch eine Kinderhose über die Nähmaschine und man kommt viel besser hin. 



1. Variante: aufgesetzte Kniepatches bei der Ursprungshose:

Manche Hosen haben ja dreigeteilte Vorderhosenbeine, wo das Knie schon aufgesetzt ist. Bei diesen Hosen kann man nach Auftrennen der Seitennaht den Knieteil heraustrennen und durch ein neues Knieteil ersetzen (meine gesamte Familie wirft keine abgetragenen Jeans mehr weg, die bekomme ich zum Basteln).



Das herausgetrennte Knieteil wird dann ggf. noch um seine Abnäher gebracht, und als Schnittmuster auf einen Stoff bzw. ein Hosenbein einer alten Erwachsenenjeans gelegt.

Die Abnäher und Nahtzugaben sind schön deutlich zu erkennen und können mit dem Kopierrädchen und Kopierpapier ganz einfach übertragen werden. Dann werden erst die Abnäher genäht und das Knieteil versäubert. Als nächstes werden die Ersatzknie ordentlich auf die ursprüngliche Stelle aufgesetzt. 

Leider habe ich vergessen, davon Fotos zu machen, aber am einfachsten ist es, wenn man erst die Innennaht steckt, dann oben zur Seitennaht und dann unten zur Seitennaht. Prüfen, ob es schön gerade ist und das Ersatzknie aufnähen.


Besonders unauffällig wird es, wenn die Reservejeans eine ähnliche Farbe wie die Kinderjeans hat und man die Doppelnaht in entsprechenden Garnfarben absteppt. Bei Jeans gerne mit dem Dreifachgeradstich, dann sieht es der Originalnaht am ähnlichsten.

2. Variante: gerade, durchgehende Hosenbeine ohne Abnäher:

Hier ist es fast am einfachsten. Zumindest muss man nicht so viel auftrennen.

Geflickt werden kann mit Jeans, das hält aber bei meinem Großen nicht lange und ich muss in 4 Wochen wieder von vorne anfangen. Also habe ich mir einen Meter Handwerkerhosenkniebesatzstoff gekauft (ein Nylonstoff, wie er auch für Taschen benutzt wird, für Hosen muss man aber darauf achten, dass man ihn in der Maschine waschen kann).

Der Handwerkerhosenkniebesatzstoff ist relativ rau, deswegen doppel ich durchgewetzte Knie von innen mit Jersey oder Baumwollstoff, damit das zwar spitzige, aber dennoch empfindliche Kinderknie nicht von der Hose aufgewetzt wird.

Also zuerst die Hose mit den aufgetrennten Seitennähten nach links wenden. Einen Stoffrest auf das Loch stecken oder mit Stylefix festkleben, annähen.



Dann das Messen nicht vergessen, die beiden Flicken sollen ja auf gleicher Höhe an beiden Beinen sitzen! Am zweiten Hosenbein ebenfalls einen Stoffrest auf gleicher Höhe feststecken oder kleben, annähen. Die inneren Flicken setze ich innerhalb der verstärkten Innenbeinnaht an, dann wird der Wulst später nicht so dick.





Die Hose wird wieder auf rechts gedreht, man kann genau sehen, wo innen der Flicken sitzt. Diese Stelle wird nun mit einem ausreichend großen Handwerkerhosenkniebesatzstoff-Stück verdeckt.



Achtung, der Handwerkerhosenstoff hat auch eine Vorder- und Rückseite, die glänzende muss nach innen!


Ich beginne immer auf der Innenbeinnaht, dann oben, dann unten. An der Seitennaht stehen sowohl Innenflicken als auch Aussenflicken über, hier wird der Flickenstoff später zwischengefasst - sieht gleich viel weniger geflickt aus.

Die Handwerkerhosenkniestücke nähe ich einmal ganz knappkantig und einmal füsschenbreit fest, mit einer etwas größeren Stichlänge als normal (etwa Stichlänge 3).

Dann werden die überstehenden Flickenteile an der Seitennaht abgeschnitten, die Seitennaht zusammengesteckt und genäht. Hier entweder wie vorher die Nahtzugaben zuerst versäubern und dann die Naht nähen oder die Naht nähen und die Nahtzugaben zusammenversäubern.




Hose wenden, fertig. 

3. Variante: durchgehende Hosenbeine mit Abnähern

Hatte ich jetzt nicht dabei... Funktioniert aber wie bei den abnäherlosen Hosen, nur dass man am besten auch in die Aussenflicken entsprechende Abnäher reinmacht, bevor man sie aufsetzt. Innen würde ich dann wohl auf jeden Fall Jerseyreste reinmachen, der dehnt sich ja schön mit und man kann sich dort die Abnäher sparen.

Sieht doch schon viel schöner aus, findet ihr nicht? Ich weiß, es gibt solche verstärkten Hosen auch fertig zu kaufen, aber 1. sind die ziemlich teuer, und 2. haben die oft so viele Aussentaschen, dass sich da der ganze Kindergartensandkasten drin sammelt. Und eine Waschmaschine flicken, das kann ich noch nicht.



Falls ihr das Tutorial hilfreich fandet und/oder noch Fragen habt, wäre ich für einen Kommentar dankbar!

Liebe Grüße,
Anke

P.S. immer schön aufpassen, dass man nur die Vorderseite der Hose feststeckt bzw. näht. Mir ist es durchaus schon passiert, dass ich die Hosenbeine versehentlich zugenäht habe...

P.P.S. Verlinkt beim Creadienstag und mit “fix it – reparieren ist nachhaltig”


Donnerstag, 19. März 2015

Eiku, der zweite | RUMS #12/15

Da mein Wollmeise-Stash ja noch immer ziemlich groß ist (das kommt davon, wenn man nicht weit weg vom Laden wohnt und im Farbrausch immer kein Halten kennt) und ich von allen Leuten zum Geburtstag nochmal Wolle geschenkt bekommen habe, habe ich mir einen zweiten Eiku (hier der erste) gestrickt. Der ging so schön vorm Fernseher, man muss wenig denken und die Größe gefällt mir auch sehr gut.




Diesmal habe ich eine viel buntere Meise genommen - "Türkis und Karneol". Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie anders die Wirkung eines Musters ist, wenn man andere Wolle oder anderen Stoff nimmt.

Einen wunderschönen kreativen Donnerstag wünsche ich euch heute. Macht was schönes! Ich komm dann heute abend beim RUMS gucken!

Liebe Grüße,
Anke


Montag, 16. März 2015

Winterreste: Zopfmütze

Bevor der Frühling mit aller Macht kommt, noch ein klitzekleines Winterteil ;-)

Ich weiß nicht mehr genau wann, aber vor einiger Zeit (da war noch richtig Winter) habe ich bei RUMS eine Anleitung für eine einfache Zopfmütze gesehen und auf mein Pinterest-Board gepinnt. Und dann einen Sonntag lang fleißig genadelt.


Die Mütze war superschnell fertig und hat mir seitdem sehr gute Dienste geleistet. 

Liebe Grüße,

Anke

Donnerstag, 12. März 2015

RUMS #11/15 | Strickjacke

Die Zeit rennt und ich komm nicht zum Bloggen...

Es hat lange, lange, lange gedauert, aber jetzt ist sie fertig: meine Strickjacke.



Gestrickt habe ich nach der Anleitung für den Classic Cardigan aus dem Buch  "Big book of Knitting - Everything you need for 100 gorgeous projects", aus dem ich schon die Piratenmütze gestrickt habe. Das Garn ist Wollmeise Pure in der Farbe "Ahoi". Da das Buch amerikanische Nadelmaße vorgibt, habe ich mir extra Nadelspitzen in 3.25 bestellt, die Maschenprobe war damit aber auch genau wie angegeben.


Trotzdem sitzt die Jacke sehr locker, die nächste darf ich kleiner stricken. Falls es denn eine nächste gibt, schließlich habe ich am 31. Oktober 2014 angeschlagen und die Jacke erst Mitte Februar fertigbekommen. Andererseits musste die Jacke auch zwischenzeitlich mal pausieren, schließlich war ich vor Weihnachten mit genügend anderen Dingen beschäftigt und auch das Fäden vernähen und Blenden stricken und zusammenfügen habe ich doch eine Weile vor mir hergeschoben.  

Mittlerweile habe ich die Jacke ein paar Mal getragen und auch einmal gewaschen, und ich liebe sie sehr. Die Wolle ist einfach kuschelweich und das Maschenbild mit der nicht ganz "ebenen" Farbe gefällt mir auch sehr gut.

Das ist meine Jacke und deshalb zeig ich sie heute bei RUMS.

Liebe Grüße,

Anke